Was ist Meditation?

Meditation ist eine Erforschung unseres Inneren, eine Innenschau. Prof. Dr. Daniel J. Siegel beschreibt diese Fähigkeit als Mindsight.

Was ist Meditation? Was ist beispielsweise der Unterschied zwischen den beiden Aussagen: “Ich bin gestresst” oder “ich fühle mich gestresst”? “Ich bin gestresst” ist eine Art Selbstdefinition, die Dich in dem Moment auf ein bestimmtes Erleben einer Situation oder eines Gefühls einschränkt. Du identifizierst Dich vollständig mit diesem Gefühl und fühlst Dich dadurch der Situation ausgeliefert.

In der Aussage “Ich fühle mich gestresst” liegt die Fähigkeit ein Gefühl zu erkennen und zuzulassen, ohne davon verzehrt zu werden. Die gesammelte Aufmerksamkeit, die zu der Fähigkeit die eigenen Gefühle zu beobachten führt, ermöglicht Dir, das Geschehen in Deinem Inneren wahrzunehmen, anzuerkennen und durch dieses Annehmen loszulassen und schließlich zu transformieren. Diese Fähigkeit wird in der Meditation gelernt und geschult.

Meditation, die seit Jahrtausenden in den unterschiedlichsten Kulturen und Strömungen gelehrt wird, ist heute von den wissenschaftlichen Disziplinen hinreichend erforscht. So wissen wir aus den Erkenntnissen der Neurowissenschaften, dass die geistigen und emotionalen Veränderungen, die wir durch Meditation bewirken können, auch die rein physikalische Beschaffenheit des Gehirns verändern und somit unmittelbare Auswirkungen auf unsere materielle Welt haben.

Was ist unsere Natur, unser Geist, den wir durch Meditation erforschen können?

Der Geist ist nichts anderes als der Ichgedanke und dieser ist identisch mit dem Ego. Das Ziel in den alten Traditionen ist es, die Quelle dieses Ichgedankens zu ENT-decken und die letzte bzw. erste Ursache des Ich, der Persönlichkeit  zu ergründen. Woher steigt dieses “Ich” auf ist eine Frage des Advaita, eine Schule der Nichtdualität. Der Meditierende erforscht in seinem Inneren die Quelle des Ich.  Der Geist besteht nur aus Gedanken und der Gedanke “Ich”  ist die Wurzel aller Gedanken. Diese Erkenntnis führt zum Loslassen (genauso wie bei der Fähigkeit des Mindsight) des Ichgedankens und damit in die Persönliche Freiheit.

Die Wahrnehmung der eigenen Gefühle, ohne sich damit zu identifizieren ist eine Grundfähigkeit, die wir benötigen, um soziale und emotionale Intelligenz entwickeln zu können und gesund zu bleiben. Geht uns diese Fähigkeit verloren empfinden wir Stress und erleben uns als Opfer der Umstände. Die Folgen davon sind Unausgeglichenheit, psychische Belastungen, Krankheit und Burnout.

 “I was so disconnected from who I was”, Dr. Lissa Rankin berichtet hier aus ihrer eigenen Praxis als Ärztin über die Wirkung der Selbstbeobachtung (Mindsight, Meditation) auf  Gesundheit und Wohlbefinden.

 

 

Meditation im Alltag ist der Prozess der Bewusstwerdung über Dich selbst. Jede Situation Deines Lebens ist dazu geeignet Informationen über Dich selbst zu sammeln. Eine Begegnung mit Deinem Chef ruft vielleicht genauso alte Muster und Verhaltensweisen von Dir ab, wie das Schlange stehen an der Zulassungsstelle, wo Du mit den Themen Macht und Ohnmacht konfrontiert wirst.

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Literaturtipps mit Link zu Amazon:
Prof. Daniel J. Siegel, Die Alchemie der Gefühle.

Die Alchemie der Gefühle: Mit einem Vorwort von Daniel Goleman – Wie die moderne Hirnforschung unser Seelenleben entschlüsselt – das Navigationssystem zu emotionaler Klarheit –

Der englische Originaltitel Full Catastrophe Living von Jon Kabat-Zinn gefällt mir fast noch besser.
Gesund durch Meditation: Das große Buch der Selbstheilung

Was ist Meditation?

2017-10-24T08:22:34+00:00 Von |1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Jamar Vallero 21. Oktober 2017 um 16:33 Uhr- Antworten

    Wow toller Artikel, so habe ich das noch garnicht gesehen! Viele Grüße aus Berlin!

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