Bin ich (noch) ganz richtig, oder was !?

Mitgefühl

Mitgefühl

Woher kommt der Glaube nicht ganz richtig zu sein? Oder das Gefühl schnell aufräumen zu müssen, oder der Drang noch diese Ausbildung zu machen und dann … ja was dann? Du erinnerst Dich an den Marathonläufer im letzten Beitrag?

Tief in uns gibt es ein Gefühl nicht ganz richtig zu sein. Eine Idee, ein Glaube etwas erreichen zu müssen. Dieses Gefühl ist nicht unser natürlicher Zustand, wir müssen uns ihm auch nicht ergeben und uns damit abfinden, dass wir nun mal so sind wie wir sind, nämlich nicht ganz ok. “Ahh Stopp!” sagst Du jetzt vielleicht. Ich fühle mich ganz gut mir, ich mag mich doch wie ich bin. Ich habe eine Familie, einen Job und das mache ich alles, weil ich es so will!

Gut, wie ist es damit? Du arbeitest hart, versorgst Dich und Deine Familie, kümmerst Dich um die Ratenzahlungen, bezahlst die Rechnungen, bist immer freundlich zu allen, hast ein schönes Auto, Du gehörst dazu, hast es geschafft. Dann fährst Du in den Urlaub. Von 100 auf  null an einem Tag und Du wirst krank, brauchst zwei, drei Tage, um anzukommen. Dein Körper schmerzt, dabei hast Du Dir doch alles so schön vorgestellt. Endlich Zeit zu haben und nichts zu tun? Selbst dem Chef  hast Du gesagt, dass Du nicht erreichbar bist. Nicht erreichbar für wen eigentlich? Wer kann Dich erreichen, berühren?

Wann hast Du das letzte Mal gespürt, dass Dich jemand ganz tief in Dir drin erreicht hat? Dass Du im Flow warst mit Dir und Deinem gegenüber. Ihr Eins wurdet, so wie es Naomi Feil beschreibt, wenn Sie die Sprache von Gladys Wilson spricht, die in 2000 an Alzheimer erkrankte und dadurch zu ihr durchdringt.

Szenenwechsel

Eines Tages brüllte mir eine erfolgreiche leitenden Angestellte mit hochroten Kopf entgegen: “Aber das alles macht mir doch Spaß, ich will Das!” und sah aus als würde sie gleich über mich herfallen. Nun Spaß fühlt sich anders an und sieht auch anders aus, dachte ich mir. Irgendwie leichter, freudiger, gelassener, so wie wenn Kinder entspannt zusammen spielen und die Welt um sich herum vergessen haben und die Mutter sie zum Abendessen ruft. Was ist in der Zeit zwischen diesen beiden Szenen geschehen? Als Kind konnten wir noch unbeschwert miteinander spielen. Doch ganz langsam, fast unbemerkt haben wir das Programm, “so wie Du bist, bist Du nicht ganz richtig” in uns aufgenommen. Wie geht das?

Die Eltern meinten es gut mit Dir als Du noch klein warst und sagten: “Pass auf!” und schon hast Du Dich erschreckt, etwas in Dir zog sich zusammen. Aufpassen worauf? “Das Du Dir nicht wehtust beim Schaukeln” war die Antwort. Aha dachtest Du, so wie ich schaukel ist es nicht ganz so, wie es meine Eltern gerne hätten. “Sag Danke, dass Du die Schaufel von Simon bekommen hast?” Oh je was war das schon wieder? Wir spielen doch miteinander. Was heißt denn mein und dein? Wozu ist das wichtig? So hat es angefangen … dass die Idee zu Dir kam, so wie Du bist, bist Du nicht ganz richtig.

Wenn Du Glück hattest durftest Du in der Grundschule noch spielen, aber spätestens in der weiterführenden Schule wurde Dir folgendes gesagt: Jetzt ist der Spaß vorbei, jetzt beginnt der Ernst des Lebens und Du musst Dich anstrengen! Damit war es um Dich geschehen. Du warst davon überzeugt irgendwo hin zu müssen, es schaffen zu müssen, irgendetwas in Dir verbessern zu müssen, dass Du so schaukeln kannst, wie es Deine Eltern sich vor-stellen. Das Programm, “so wie Du bist, bist Du nicht ganz richtig” war installiert in Dir und hat sich verselbständigt. Schau auf Dein Leben, was Du alles getan hast, um Anderen zu gefallen.

Du hast von den Lehrern gute Noten bekommen, wenn Du ihre Sicht der Dinge angenommen hast. Du wurdest von Deinen Eltern gelobt, wenn Du alles richtig gemacht hast. Hast kleine Geschenke bekommen für das Rasen mähen, oder wenn Du Dich brav bedankt hast. Dann ging es weiter: Du bist in das Berufsleben eingestiegen, wieder wolltest Du alles richtig machen, hast Dich angestrengt die Karriereleiter zu erklimmen, ein angesehener Chef zu werden. Dann Dein Partner. Du wolltest Deinem Partner gefallen, keine Fehler machen, Dich anstrengen, nach zwei drei Misserfolgen hast Du geheiratet, Kinder bekommen und Du hörst Dich Sätze sprechen wie: “Pass auf, tu Dir nicht weh!” Bedank Dich schön!”. Das Programm hat sich verselbstständigt, es wirkt überall um Dich herum, es wurde normal, sich ab und an wie in einem Gerichtsprozess zu fühlen, wenn der Chef zur Tür hereinkommt oder Du in eine Verkehrskontrolle gerätst, oder Du zum Elternabend Deiner Kinder in die Schule gehst. Endlich richtig zu werden ist zum Full-Time Job geworden, eine unendliche Anstrengung hat nach Dir gegriffen und sei es nur die Tasse, die noch weggeräumt werden muss, damit Du Dich DANN entspannen kannst!

Und im Urlaub, wenn Du loslassen kannst, meldet sich Dein Körper und sagt:” Hör mir doch endlich zu! Ich bin hier, um Dir zu helfen. Du kannst alles haben was Du willst, Du musst Dich nicht länger anstrengen, fang an Dich selbst zu lieben.”

Das alles geschah, weil wir nicht in der bedingungslosen Liebe groß geworden sind, in der wir so sein durften, wie wir sind, in der wir geliebt wurden für das, was wir sind und nicht für das, was wir tun. Also kannst Du jetzt anfangen, Dich so zu akzeptieren wie Du bist, die Tasse stehen lassen oder pünktlich aus dem Büro nach Hause zu gehen und Du sagst: “Ich liebe mich so, wie ich bin!”

Selbstliebe ist der Anfang und das Ende. Selbstliebe bringt Dich in Kontakt mit Dir und den Menschen um Dich herum, sie heilt Deine Wunden und Sehnsüchte. Sie bringt Dich endlich wieder nach Hause. Sprich, so oft es Dir möglich ist folgende Worte zu Dir auf Deinem Weg der Selbstheilung:

Ich verzeihe mir.
Ich vergebe mir und allen anderen.
Ich liebe mich.
Danke.

wer noch Zweifel hat …  wie es geht? Hier ein TED Talk  jenseits von Selbstbeschränkungen.

2017-05-23T23:40:02+00:00 Von |1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Persönliche Freiheit 11. August 2013 um 20:53 Uhr- Antworten

    […] Wie das geht liest du hier. […]

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